Geschichtsträchtiger Spartentörn in die Süd-Bretagne

 

 

Im Jahre 2000 wird die Sparte Segeln bei dem Spartentörn in der Bretagne zu Wasser wie auch zu Lande auf eine mehr als tausendjährige Geschichte treffen. Wir werden auf den Spuren der Römer und Veneter segeln, und bei den Landgängen können wir die einzigartige und urzeitliche Geschichte erkunden. Gestartet wird im modernen Yachthafen Le Crouesty, der in kurzer Entfernung zu dem alten Fischerhafen von Port Navalo liegt.

Port Navalo ist ein kleiner Hafen an der strömungsreichen Eingangspassage des Golf du Morbihan. Zur Springzeit ist der Blick auf die Passage in den Golf besonders eindrucksvoll. Dann setzt ein ca. 15 km/h starker Gezeitenstrom in den Golf hinein (bei Flut) bzw. aus dem Golf heraus (bei Ebbe). Nahe bei, inmitten von Feldern, erhebt sich der Tumulus von Tumiac, auch Butte de Cesar genannt. Über einen kleinen Fußweg steigt man zwischen Ginsterbüschen auf den Grabhügel, der bereits im 19. Jh. archäologisch erforscht wurde. Es heißt, Julius Cäsar habe dort gestanden im Jahre 56 v. Chr. und die Seeschlacht in der Bucht von Quiberon vor Port Navalo zwischen den Venetern und den Römern verfolgt.

Damals hatten die schweren und schlecht zu manövrierenden Segelboote der Veneter gegen die leichten und wendigen römischen Galeeren bei dem vorherrschenden leichten Wind keine Chance. Der Sieg der römischen Flotte über die Veneter in dieser Schlacht führte zur völligen Besetzung Armorikas ( wie die Bretagne damals hieß ) durch die Römer.

Der Hafen Le Crouesty ist ein moderner Yachthafen mit zahlreichen Cafés, Restaurants und Läden. In den 70er Jahren wurde das ursprünglich vorhandene Sumpfgebiet ausgebaggert und zu einem großen Yachthafen ausgebaut. An der Hafeneinfahrt steht eine kleine Kapelle, Notre Dame du Crouesty. Bereits im 6. Jh. stand hier ein kleines Gebets- haus, das später zu einer Kapelle vergrößert wurde. Der Name LE CROUESTY geht auf die bretonische Bezeichnung CROUES-TY zurück, zu übersetzen als "Haus des Kreuzes". Im Jahre 665 soll an dieser Stelle der Küste der Leichnam des Saint Gildas, einer der führenden Missionare in der frühen Christianisierung der Bretagne, in einem kleinen Holzboot angetrieben worden sein, nachdem er auf der Insel Houat gestorben war.

Von der Kapelle aus führt ein schmaler Wanderweg entlang der Felsküste zum Petit Mont mit seinen Megalithen ( griechisch "Mega" und "Lithos", bedeutet "großer Stein"). Schon bei Astérix und Obélix, sicherlich den bekanntesten Bewohnern der Region, spielten diese Steine, bei ihnen hießen sie Hinkelsteine, eine bedeutende Rolle. Sie entstanden in der Jungsteinzeit ( Neolithikum, ab 5.000 v. Chr.).

Die lokalen Segelschiffe, meist im Golf benutzt, nennt man Sinagot. Sie haben die Kultur der bretonischen Küstenbevölkerung über Jahrhunderte geprägt. Die Segelboote trugen meist zwei Luggersegelund eine Fock. Um die teuren Baumwollsegel vor dem Verrotten zu bewahren, wurde das Tuch mit einer rotbraunen Flüssigkeit imprägniert. Heute sind die Segel aus Dacron, und nur noch aus optischen Gründen gefärbt. Es gibt auch heute noch Werften, die solche Boote nachbauen. Der Rumpf wird mit einer simplen Karweel- Beplankung versehen bei der die einzelnen Planken auf Stoß aneinander gesetzt und die Fugen mit teergetränkter Baumwolle kalfatert werden. Als Zugeständnis an die Moderne werden die Spanten mit Schrauben verbunden.

Also, auf uns warten in diesem Jahr in der Süd-Bretagne: Megalithen, mittelalterliche Geschichte, traditionelle Segelboote, das meist milde Golfstrom-Segelklima, sowie die nicht zu vergessenden kulinarischen Überraschungen.

Hartmut Lübbert

Seemanssprüche

Zusammengestellt von Hartmut Lübbert

Verbunden mit der alten Tradition der Seemannschaft gibt es viele Seemansprüche, die aber auch für "Landratten" eine Bedeutung haben können:

Eins ist sicher::

Der beste Anker ist zu Hause

aber....

Wer das Wetter scheut, kommt meist nicht weit

deshalb auf:

Wer zuerst ins Boot kommt, der kann sich den Platz aussuchen

aber immer bedenken

Wen das Meer verschont hat, kann im Hafen noch Schiffbruch leiden

 

 

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    Spartentörn 2000

 

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