Sindelfinger Zeitung, Donnerstag 29. April 1999


 

Böblingen: IBM-Klub bietet Sicherheitstraining für Hochseesegler an

Rettung im Hallenbad

Von unserer Mitarbeiterin

Steffen Müller

Seenotraketen über der Böblinger Freizeitanlage Zimmerschlag: Es befand sich jedoch niemand auf dem benachbarten Teich in Gefahr, in den Wassermassen unterzugehen. Viel mehr handelte es sich um ein Sicherheitstraining für Hochseesegler, ausgerichtet von der Sparte Segeln des IBM Klubs.

Diese für hiesige Gefilde ungewöhnliche Aktion fand nun schon zum dritten Mal statt. 30 Interessierte kamen um die Handhabung von Seenotmunition, Rettungsinseln und anderen überlebenswichtigen Utensilien zu üben.

Die Sparte Segeln des IBM Klubs besteht schon seit zwölf Jahren. Der alljährliche Höhepunkt der Segler ist ein zweiwöchiger Segeltörn, abwechselnd in der Ostsee oder im Mittelmeer. Teilnehmen dürfen Anfänger und Profis. Allerdings ist ein Segeltörn kein ausgesprochener Erholungsausflug, teilweise ist es auch ganz schöne Knochenarbeit und vor Überraschungen ist man nie gefeit", sagt Skipper Gerhard Frank.

Der Leiter des Kurses, Hermann Hauck, mußte sich vor dem Training erst einmal einige Genehmigungen, unter anderem von der Flugsicherung Stuttgart holen, um nicht versehentlich den Flugverkehr mit der Signalmunition zu behindern, die bis zu 600 Meter in den Himmel steigen kann.

Nachdem jeder Teilnehmer eine Seenotkugel unter den aufmerksamen Blicken von Hermann Hauck abgeschossen hatte und den Teilnehmern weitere Signale wie Rauchtöpfe, FaIlschirmraketen und Handfackeln demonstriert worden waren ging es ins Hallenbad Kostergarten nach Sindelfingen. Hier konnten die Segelfreunde unter praktisch authentischen Bedingungen den Einsatz von Rettungswesten, Lifebelts und Rettungsinseln üben.

Die Veranstalter legten Wert auf realistische Bedingungen. Deshalb mußten die Kursteilnehmer in voller Montur vom Ein-Meter-Brett in die Rettungsinsel springen. Das heißt mit Ölzeug, Gummistiefeln und Schwimmweste. Dies schränkt die Beweglichkeit im Wasser natürlich ein. Hermann Hauck weiß: „Diese Übung ist natürlich mit dem realen Ernstfall nicht zu vergleichen, das Wasser ist hier viel zu warm und Seetang ist im Hallenbad natürlich auch keiner."

Beim diesjährigen Segeltörn werden fünf Schiffe des IBM-Klubs in See stechen. Diesmal geht es von Rügen nach Bornholm. „Auf jedem der Boote gibt es selbstverständlich einen ausgebildeten Skipper, der genügend Segelerfahrung für solch einen Trip mitbringt", so Gerhard Frank.

Bild: Hermann Hauck

 

 


 

 

 

Anmerkungen (Lothar Göggelmann):

Die Segelsparte ist nicht 12 sondern bereits 22 Jahre alt (Gründung am 16. Okt. 1976)

Es ist zwar richtig, daß im Hallenbad kein Seetang ist, ich vermute aber daß Hermann Hauck in diesem Zusammenhang von Seegang gesprochen hat.

 

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    Rettungsübung 1999

 

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