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Ahoi beim Schönbuch-Bräu

Beobachtet und miterlebt von Gudrun Hänisch
geknipst von Peter Göbell

Treffpunkt Parkplatz beim Schönbuch Bräu!
21 Segler der IBM Segelsparte wollen die Herstellung des heimischen Bieres in Böblingen genauer erkunden.


Die ersten warmen Sonnenstrahlen in diesem Frühjahr lassen die Laune der versammelten Neugierigen steigen, die sich am 29. April zu einer Brauerei-
Besichtigung beim Schönbuch-Bräu angemeldet haben.

Aus dem Kreis der Aktiven war die Anregung gekommen, wir könnten doch auch
in Böblingen etwas zusammen unternehmen und nicht immer nur ferne Ziele
ansteuern. Und Bier hat ja auch etwas mit „Wasser“ zu tun, also, warum nicht einmal eine Brauerei besichtigen. Außerdem trinken die meisten Segler gerne ein gutes Bier, überhaupt nach einem gelungenen Tag auf dem Wasser! Da wäre es doch echt interessant zu wissen, wie der gute Gerstensaft so entsteht.

Gerste, genau, Gerste ist neben Hopfen und Wasser die Grundlage für fast jedes Bier, für manches wird Weizen verwendet. Die Dame vom Schönbuch-Bräu, namens Frau Seidel, die sich unserer Gruppe angenommen hat, zeigt uns ein kleines Video zur Einführung und nach zwei Bierproben sind wir auf die Brauereibesichtigung eingestimmt.  Zuerst geht es ins Sudhaus, wo der Herstellungsprozess beginnt. Durch Zerkleinern und  Einweichen des Getreides, unter Zuführung von Wärme und Luft,  wird es zum Keimen gebracht. Dabei entsteht Malz, ein weiterer wichtiger Bestandteil der Bierherstellung, und Enzyme helfen dabei, daß sich in der sogenannten Maische diese Grundstoffe weiter aufschließen und  ihre Aromastoffe entwickeln. Nach einer Filterung fügt man noch Hopfen hinzu. Heutzutage wird ausschließlich extrahierter Hopfen verwendet.

Auch in der Bierherstellung hat sich gegenüber früher vieles modernisiert, erläutert uns Frau Seidel zwischendurch. Bereits im 7. Jahrhundert hat man in einem Kloster mit den ersten Brauversuchen begonnen. Diese entwickelten sich, speziell von den Klöstern ausgehend, in ihrer Spezifikation immer weiter. Die Menge der Zutaten, die einzelnen Arbeitsvorgänge und Produktionsabläufe waren das große Geheimnis der Äbte und wurden streng geheim gehalten. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde dann vom bayerischen Herzog Wilhelm ein Bier-Reinheitsgebot erlassen, das in seinen Grundzügen noch heute von Bedeutung ist.

Nach diesem kleinen Ausflug in die Entstehungsgeschichte des Bieres geht es mit der Führung weiter. Sind all die vorher erwähnten  Prozesse abgeschlossen, wird das entstandene Produkt gekühlt, bevor es dann mit Hefe versetzt zum Gären gebracht wird. Beim Gärvorgang wird  der Malzzucker zu Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Je nach Biersorte kommt es auf die Menge der Hefe an. Sie beeinflußt den Geschmack und die Charakteristika des jeweiligen Bieres. Hier bekommen wir auch den Begriff des obergärigen und untergärigen Bieres erklärt, und wie lange das einzelne Bier gären und danach auch lagern muß. Ausschlaggebend  dabei sind die Temperaturen im Gärkeller. Für untergärige Biere benötigt man kalte und kühle Temperaturen, für obergärige darf’s ruhig warm sein. Die obergärigen Biere  werden dann auch kurz nach der Erzeugung zum Ausschank gebracht, während die untergärigen Biere mehrere Monate bis zur Reife lagern müssen. 

Wir werden durch unterirdische Räume mit riesigen Kesseln geführt, wo sich der Reifeprozess der einzelnen Biersorten abspielt. Es ist kaum vorstellbar, welche Mengen Bier hier in diesen Edelstahlbehältern lagern. Zum Schluß sehen wir noch die Abfüllanlage, die vollautomatisch funktioniert. Jeden Tag wird hier eine andere Biersorte in die vorher maschinell und hygienisch gereinigten Flaschen abgefüllt. Und wenn wir richtig mitgezählt haben, berichtete uns  Frau Seidel allein von  zwölf (12) verschiedenen Sorten Bier, die in der Schönbuch-Brauerei hergestellt werden.

Natürlich muß eine solche Führung abschließend durch eine weitere Bierprobe beendet werden. Am eigens für uns reservierten Tisch bekamen wir jeder nochmal  zwei Proben zum Verkosten. Leckere kleine Gerichte, wie Flammkuchen, kleine Salate oder gebackener Leberkäse sorgten dafür, daß uns das Bier nicht zu sehr in den Kopf stieg. Frau Seidel, die uns während der Führung alles Wissenswerte erzählt hatte, konnte uns noch eine Weile Gesellschaft leisten und uns von ihren Erlebnissen bei anderen Führungen berichten.

Das Resumee dieses Nachmittags: es war eine gute Idee, einmal eine Brauerei von innen anzuschauen. 



 

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