Mittsommersegeln am Bodensee
vom 23. bis 26. Juni 2011

Was tut man nicht alles, um seiner Segelleidenschaft zu frönen:
Man zwängt sich in heiße Blechkarossen, steht in endlos erscheinenden Staus auf übervollen Straßen, um an den Bodensee zu kommen, trifft dort bei heftigem Gewitter und Starkregen auf ein noch nicht zur Übernahme bereites Boot und muss jetzt erst einmal warten, warten, warten...........
So ist es uns an dem langen Wochenende im Juni ergangen!
Wir hatten nämlich, 14 Segler/Innen der IBM Segelsparte, in Kressbronn-Gohren drei Bavaria Segelyachten für diese vier Segeltage gechartert!

Doch Unwetter verziehen sich, Reinigungstrupps beenden ihre Tätigkeiten, die Instrukteure des Vercharterers werden der vielen Fragen der Skipper endlich überdrüssig und wir können bei noch leichtem Nieselregen unsere Schlafsäcke und Taschen an Bord bringen. Und kistenweise wird noch Proviant gebunkert, damit wir in den vier Tagen nicht vom Fleisch fallen: diverse Brotsorten, verschiedene Käse- und Wurstdelikatessen, eine reiche Auswahl an frischem Obst, süßes und salziges Gebäck und Schokolade, die die Fahrt im heißen Auto überlebt hat........, es wird uns soooo gut gehen an diesem Wochenende. Natürlich ist auch an „Flüssigkeiten“ gedacht worden, aber hallo!

Endlich, nach fast 1 1/2stündiger Verspätung, treffen wir uns wie geplant alle im Marina-Bistro zum gemeinsamen Abendessen. Eine gewisse Ruhe kehrt erst ein,  nachdem jeder seinen Teller mit leckerem Essen vor sich stehen hat. Manfred Kurth, der die örtliche Logistik vorgeschlagen hat, informiert noch kurz über den Ablauf am nächsten Tag und entlässt uns dann alle in unsere Kojen.

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Donnerstag, Feiertag Fronleichnam, unser erster Segeltag! Während die beiden 32er Bavaria gegen 10.00 Uhr auslaufen können, muss bei der 36er noch das zweite Reff repariert werden. Man will uns vorher nicht abfahren lassen, da wohl entsprechende Winde erwartet werden. So zieht sich das Ablegen leider bis gegen 12,30 Uhr hin.

Der kleine Hafen Güttingen am Schweizer Ufer ist für unser abendliches Grillfest reserviert worden. Anfänglich ist das Wetter noch trüb und leicht dunstig. Doch am Nachmittag frischt der Wind auf, wir können herrlich segeln und holen den Zeitverlust
schnell  ein. Je  näher  wir  ans  Schweizer  Ufer kommen, desto  mehr  hellt  sich der
Himmel auf und pünktlich zum Einlaufen in den romantischen Naturhafen kommt die Sonne zum Vorschein. Gleich sieht alles viel freundlicher aus. Die Schweiz feiert heute ebenfalls und deshalb findet zu unserer großen Überraschung ein Treffen der Dampfschiffliebhaber in diesem Hafen statt. Die für uns reservierten Plätze sind alle belegt. Trotzdem finden unsere drei Boote noch eine Liegemöglichkeit.

Mit lautem Töfftöfftöff und ordentlich viel Dampf fahren ständig 2-3 kleine Dampf- schiffe für eine bestimmte Zeit Gäste gegen Gebühr spazieren. Auch jetzt am Abend  sind noch Schaulustige anwesend, die dieses Spektakel verfolgen.

Güttingen hat eine sehr schöne festinstallierte Grillmöglichkeit beim Hafengebäude und Manfred, zusammen mit Frank und Fred, bereiten schon mal das Feuer vor, damit wir dann unser mitgebrachtes Grillgut auflegen können. Jeder hat reichlich dazu beigesteuert, so dass wir uns anstrengen müssen, um alles aufzuessen. Es herrscht eine fröhliche Stimmung. Die Sonne trägt mit ihren wärmenden Strahlen dazu bei, denn durch den trüben Tag und den Regen gestern Abend und nachts ist die Grundtemperatur nicht sehr hoch. Deshalb treibt es uns auch ziemlich zeitig wieder auf die Schiffe zurück, wo wir geschützt noch in gemütlicher Runde sitzen können.

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Konstanz sollte man bei unserer „kleinen Rundum“ auf jeden Fall besuchen. Es ist der westlichste Punkt unserer Tour und nicht weit entfernt von Güttingen. Dies bedeutet aber nicht, dass wir auf schnellstem Weg das Tagesziel vom Freitag erreichen wollen, sondern heute ist „segeln pur“ angesagt. Zum einen begünstigt der teils sehr böige Westwind unser Vorhaben, das „Wenden“ und „Halsen“ mit allen Kommandos zu üben. Zum anderen kommen so auch die Freunde, die das Krängen lieben, auf ihre Kosten. Und das reparierte Reff der Bavaria 36 können wir auch ausprobieren. Unter mehrmaligem Kreuzen erreichen wir gegen 16.30 Uhr den bereits total überfüllten Bundesbahnhafen, wo nur zwei unserer Boote einen Liegeplatz finden. Das 3. Boot muss in den Yachthafen ausweichen. Hier werden uns noch einmal nicht alltägliche Segelmanöver abverlangt, um mit zwei anderen Booten zusammen mit dem Bug an einem Steg festzumachen, während das Heck an einer Boje liegt. Aber schließlich klappt auch dies.

Manfred Kurth, unser Logistiker vor Ort, hat im Konstanzer Yachtklub einen Tisch reserviert und all diejenigen, die hier speisen möchten, treffen sich dort. Andere wiederum wollen die Konstanzer „Italiener“ kulinarisch ausprobieren und finden durch Erfragen bei den Einheimischen eine gute Adresse. So kommt jeder auf seine Kosten und gestaltet den Abend nach eigenem Geschmack.
 

Da die Schiffe in verschiedenen Häfen liegen, verabreden  wir für Samstag  nur  das neue Tagesziel: nämlich den Hafen von Immenstaad. Per Rundruf erfährt jeder Skipper von Manfred die Info, wo man am besten anlegt. Wir wollen auch schauen, dass wir zeitiger im Hafen sind, damit alle Boote wieder zusammen sein können. Es ist der letzte gemeinsame Abend. Ab heute sind die Wochenendsegler auf dem See unterwegs und es wird noch voller in den Häfen werden als gestern. Der Wind meint es wieder gut mit uns, nicht ganz so heftig wie gestern. Die Böen haben nachge lassen, er weht zwischen 2-3 Bft, so richtig zum Dahingleiten auf den kleinen Wellen. Um die Mittagszeit lernen wir noch die altbekannte sommerliche „Mittagsflaute“ am See kennen, wo rein gar nichts mehr mit den Segeln anzufangen ist. Das nutzen wir natürlich bei dem herrlichen Sonnenschein zu einem Sprung ins kühle Nass.

Pünktlich bis 16.00 Uhr haben sich alle 3 Boote im Hafen eingefunden und jeder hat nun Zeit, noch einen Rundgang durch Immenstaad zu unternehmen. Manche besichtigen die renovierte Kirche, andere wiederum suchen nach einem Schlösschen oder Landgut, welches es hier geben soll. Herrliches Eis kann man in einem Eiscafé verspeisen; manche jedoch schaffen es nur bis zum Hafenrestaurant, wo wir uns sowieso zum gemeinsamen Abendessen treffen wollen.  


Leider fällt auf unser abendliches Zusammensein ein Schatten, weil unser  Mitsegler Hans gesundheitliche Probleme bekommt und wir ihn noch in die Obhut der Ärzte entlassen müssen.

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Sonntag früh, unser letzter Segeltag! Heute gibt es frische Brötchen. Das mitgebrachte Brot ist weitgehend aufgebraucht und da die Bäcker geöffnet haben, wird davon auch rege Gebrauch gemacht. Die heutige Order besteht allein darin, dass wir alle bis spätestens 17.00 Uhr im Heimathafen sein müssen, um dort die Schiffe abzugeben. Einige sind bereits startklar, andere warten noch auf eine Nachricht von unserem Patienten.

Die Sonne meint es noch einmal richtig gut mit uns. Gestern Abend schon konnte der eine oder andere eine gewisse Ähnlichkeit mit Winnetou nicht von der Hand weisen. Für diese Rothäute ist heute besondere Vorsicht geboten. Der Wind verhält sich ähnlich wie am Vortag. Wir genießen die Ruhe, das leise Plätschern der Wellen an die Bordwand und freuen uns an den mannigfachen Bildern, die Sonne und Wind aufs Wasser zaubern.

Im Gohrener Hafen herrscht schon reges Treiben. Zwei unserer Boote sind bereits angekommen. Es wird entladen, alles auf dem Steg aufgetürmt. Rundherum nur Hektik, Hektik, eilige Schritte, laute Rufe und über allem eine brütend heiße Sonne. Die kurzen Inspektionen des Vercharterers sind schnell erledigt, die Reinigungskolonne beginnt wieder mit ihrer Arbeit. Für sie ist es ein ständiges Kommen und Gehen, jeder Handgriff sitzt und im Nu sind die Boote wieder für die nächsten Gäste bereit.

Wir aber müssen nun Abschied nehmen. Nachdem all unser Hab und Gut wieder in den Autos verstaut ist, treffen sich diejenigen, die keine große Eile haben, zu einem kühlenden Getränk im Bistro Ahoi, um die Tage ausklingen zu lassen. An dieser Stelle sei Manfred Kurth noch herzlich bedankt für seine Mithilfe am guten Gelingen. Allen hat es Spaß gemacht. Die Voraussetzungen für aktives Segeln waren optimal und boten reichlich Gelegenheit, Kenntnisse aufzufrischen, sein Wissen zu ver- bessern oder Neues dazuzulernen. Von Einzelnen war sogar die Frage zu hören: wann machen wir das mal wieder am Bodensee, der ideal für so etwas ist?

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Jeder hat für sich diese vier Tage anders wahrgenommen und erlebt. Aber als Ganzes gesehen, wird gewiss auch jeder diese vier Tage in positiver Erinnerung behalten.

Als Nachtrag sei noch zu vermerken:
Unserem Patienten „Hänschen aus Kiel“ geht es nun wieder besser, worüber wir alle sehr froh sind. Er freut sich schon auf den nächsten Segel-Event!!

12. Juli 2011
Gudrun Hänisch
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Bodensee 2011

 

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