Herbstsegeln am Bodensee

Bodensee 2010 030

Der laue Abendwind vom Freitag versprach uns einen schönen Samstag. Leider wurde  dieses Versprechen nicht so ganz eingehalten, denn wie schon erwähnt, zeigte sich der Samstag früh erst einmal ziemlich nebelig. Trotzdem fanden nach dem Frühstück alle Boote den Hafenausgang und jede Crew versuchte, den wenigen Wind für etwas Fahrt zu nutzen.
Die Nebelmorgen im Herbst haben nun wieder begonnen, bereits jetzt schon Anfang Oktober!

Gestern noch, am Freitag Nachmittag, als wir die Boote übernommen haben, hat uns die warme Sonne entgegen gelacht und ließ uns nicht an Herbst denken. Doch jetzt? Aber man weiß, dass die grauen Wolkenfetzen des Seenebels fast immer bis zur Mittagszeit vor der Sonne flüchten und dann einen verschleierten Blick auf das glitzernde Wasser freigeben.

Für 5 Bavaria-Yachten hatten sich in den vergangenen Wochen Seglerinnen und Segler gemeldet, um am 9. und 10. Oktober 2010 noch einmal vor Saisonende in See zu stechen. Ganz Ungeduldige probierten bereits schon am Freitag Abend ihr Schiff aus und übten verschiedene Segelmanöver.

Im Bistro „Ahoi“ im Gohrener Hafen trafen wir uns alle zu einem gemeinsamen Abendessen am Freitag Abend. Hier konnte man sich kennenlernen, konnte von seinen eigenen Segelerlebnissen erzählen und Pläne für die Gestaltung des Wochenendes schmieden.

Der Vorschlag eines Mitseglers, Richtung Schweiz und dort dann ein Stück in den alten Rhein zu fahren, wurde von allen angenommen. Als Treffpunkt vereinbarte man die Einfahrt in den alten Rhein. Mittlerweile hatte sich die Sonne an einigen Stellen zaghaft durchgekämpft, aber der große Durchbruch gelang ihr nicht so recht. Die Fahrt zum alten Rhein gestaltete sich als sehr geruhsam und es gab an Bord bei dieser Wetterlage nicht viel zu tun. Deshalb konzentrierte man sich auf die Herstellung von kleinen Leckereien als Mittagsimbiss, denn alle Segler sind in diesem Metier sehr erfinderisch. Gegen 14.30 Uhr erreichten die meisten Boote das Ziel und unter Motor fuhren wir dann langsam den Rhein hinauf bis zum Wendepunkt. Dann ging es die gleiche Strecke wieder zurück, um im Yachtclub „Rheinspitz“ am Eintritt des Rheins in den See festzumachen. Ein gemeinsames Abendessen in einer sehr gepflegten Atmosphäre, bei gutem Essen und einem edlen Tropfen, beendete diesen Segeltag.
Bodensee 2010 018

Am Sonntag um 8.00 Uhr früh herrschte immer noch trübes, nebeliges Wetter, leider. Wo blieb der bestellte Sonnenschein? Der morgendliche frische Wind schlief wieder ein, noch ehe wir ans Ablegen denken konnten. Für heute hatten wir uns kein Programm ausgedacht, da einige Crews schon zeitiger zum Starthafen zurückkehren mussten. Mal sehen, was der Tag so bringt, war die allgemeine Stimmung. Nach ein bis zwei Segelstunden jedoch öffnete sich dann doch der Himmel, der Nebel verschwand, der Dunst löste sich auf und ein herrlicher Segelwind brachte ganz plötzlich den See so richtig zum Wallen. Jetzt herrschte Segelvergnügen pur. Im Nu war die leicht einschläfernde Stimmung verflogen. Es gab zu tun und die jeweiligen Rudergänger waren voll gefordert. Obwohl die Sonne mit ganzer Kraft schien, musste man sich tüchtig einmummeln, der Wind war recht frisch. Da es gerade erst Mittag  war, hatten  wir  noch  bis zirka 17.00 Uhr ein sagenhaftes Wetter, Sonne pur, besten Wind und ganze 5 Stunden Segelspaß erster Klasse. Das hat jeden total begeistert und ins Schwärmen gebracht.
Bodensee 2010 028

Alle Boote kamen glücklich, zufrieden und ohne Schaden im Hafen an. Nun hatten wir doch noch einen wunderschönen Abschluss dieses Wochenendes. Die Abnahme der Schiffe erfolgte problemlos, die Segelklamotten wurden zu den Autos gebracht, auf letzten Fotos versuchte man noch die Abendsonne über dem Hafen einzufangen.

Nach einem Cappuccino auf der Terrasse des „Ahoi“ in der Runde derer, die noch nicht gleich abfahren mussten, verabschiedete man sich mit der Aussage, dass es ein prima Wochenende gewesen sei.
        


Gudrun Hänisch
IBM Segelsparte

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